Aktuelle Poma Culta Projekte
Projekt PomaCulta Nr. 1
Selektion von Sämlingen verschiedener frei abgeblühter Sorten.
Durch das freie Abblühen ergeben sich Kreuzungen mit anderen Apfelsorten benachbarter Bäume. Interessante Eigenschaften mit einfachem Erbgang (z. B. eine monogen vererbte Schorfresistenz Resistenzen) lassen sich in den Nachkommen leicht auffinden. Mit geringem Aufwand lassen sich so viele Nachkommen erzeugen, die einer strengen Selektion in Bezug auf Vitalität und Resistenzeigenschaften unterzogen werden. Finden sich unter den Sämlingen solche mit positiven Fruchteigenschaften wird ihre Sorteneignung geprüft. Sie geben auch für weitere gezielte Kreuzungen wertvolles Ausgangsmaterial ab.
Aussaaten von folgenden Sorten wurden in den letzten Jahren vorgenommen:
Braeburn, Renora, Glockenapfel, Ananasreinette, Milwa, Gala, Gloster und diverse.
Stand: Bei Nachkommen von Braeburn und Renora sind verschiedene schorfresistente Nummern in der internen Sortenprüfung, eine ist in der offiziellen Sortenprüfung der ACW-Wädenswil. Bei einer Nummer wurde eine sehr hohe Feuerbrandtoleranz festgestellt. Bei Glockenapfelnachkommen konnten schorfresistente Nummern mit besonderen Lagereigenschaften selektioniert worden. Von weiteren Sorten werden in den nächsten Jahren Früchte erwartet.
Projekt PomaCulta Nr. 2
Gezielte Kreuzungen mit resistenten Sorten.
Voraussetzung für eine gezielte Kreuzung ist die gute Kenntnis der „zu verheiratenden“ Eltern. Je besser die Kombination passt, desto höher ist die Ausbeute an gesunden und vitalen Nachkommen, die dann in Bezug auf ihre Fruchteigenschaften weiter geprüft werden können.
Seit 2007 wurden jährlich gezielte Kreuzungen zwischen interessanten Tafeläpfeln vorgenommen mit dem Ziel, gute Sorten mit verbesserten Resistenzeigenschaften zu erhalten. Als Eltern finden mehr und mehr Poma Culta-Zuchtnummern Verwendung, die bereits einen Schritt in Richtung einer biologisch-dynamischen Sorte gemacht haben und nun in weiteren Eigenschaften verbessert werden sollen. Diese Zuchtnummern sind in Bezug auf Vitalität und Pflanzengesundheit bereits auf einem hohen Niveau. Was weiter verbessert werden muss, sind die Fruchteigenschaften. Interessante Zuchtnummern finden sich im Moment vor allem unter den Braeburnnachkommen s.o..
Ab dem Jahr 2010 können Früchte erwartet werden.
Projekt PomaCulta Nr. 3
Selektion feldresistenter Tafelobstsorten aus Nachkommenschaften von „wilden“ Sämlingen aus Kultursorten unter besonderer Berücksichtigung biologisch-dynamischer Massnahmen.
Auf der nordholländischen Watteninsel Schiermonnikoog wachsen mehrere hundert Apfelbäume wild in den Dünen. Diese Sämlingsbäume sind alle zufällig aus den Kernen von weggeworfenen Kernhäusern heutiger Tafelobstsorten entstanden. Untersuchungen in Holland haben gezeigt, dass erstaunlicherweise die meisten dieser Sämlinge sehr vital sind, d. h. eine hohe Feldresistenz gegen Apfelschorf, Mehltau und andere Krankheiten aufweisen. Die Fruchteigenschaften wie Geschmack, Aussehen und Grösse hingegen sind (mit einer unterdessen als Sorte Ambro angemeldeten Ausnahme) für Tafelobst nicht ausreichend. Die Schiermonnikoog-Äpfel als Ausgangsmaterial für die Züchtung sind aus zwei Gründen besonders interessant: Sie weisen eine gute Feldresistenz auf und sie stammen mindestens mütterlicherseits von Tafelobstsorten ab, was vermuten lässt, dass sich in ihrem Erbgut wertvolle Eigenschaften befinden, die sich allenfalls auch in den Nachkommen wieder zeigen können.
Material aus Schiermonnigkoog ist in Hessigkofen und an einem höher gelegenen Standort im Wallis aufveredelt worden. Diese Bäume werden untereinander gekreuzt und dann selektioniert. Erste Aussaaten konnten im Frühjahr 2010 vorgenommen werden.
Projekt PomaCulta Nr. 4
Aufbau eines Sortimentes wertvoller alter lokaler Sorten mit guter Feldresistenz als Ausgangsbasis für b.-d. Sortenzüchtung.
In Zusammenarbeit mit dem Initiativkreis für Apfelzüchtung von Föko, Fördergemeinschaft ökologischer Obstbau e.V., Weinsberg, Deutschland, wird an einem entsprechenden Züchtungsprojekt gearbeitet.

